Donnerstag, 10. November 2016

~ I have left my heart in so many places ~

Das angesprochene Sportfest liegt nun auch schon zwei Wochen zurück. Ähnlich wie Jugend trainiert für Olympia treten hierbei die Schulen eines Stadtgebietes gegeneinander in den Disziplinen Mannschaftssportarten (Fußball, Basketball, Volleyball) und Leichtathletik ( Läufe über Kurz- und Langstrecken, Weitsprung, Kugelstoßen und Staffellauf) an.

Aufwärmen vor dem Training

Meine Schule bestritt an den ersten zwei Tagen einige Fußballspiele. Die Woche vor diesem Wettkampf wurde täglich trainiert und die besten Spieler der Klasse 4-6 ausgewählt. Anders als aus deutschen Verhältnissen gewohnt, gab es keinen festen Zeitplan oder eine geordnete Reihenfolge, nach der sich der Tagesplan richtete. Es wurde einfach begonnen zu spielen, sobald zwei Mannschaften bereit waren. So kam es vor, dass es lange Wartepausen gab oder plötzlich Stress geschoben wurde, da das nächste Spiel doch schon in fünf Minuten stattfand. Die Stimmung war jedenfalls einmalig. Die ganze Schule feuerte ihr Team an und feierte bei einem Sieg ihre Mannschaft wie nach dem Sieg der Weltmeisterschaft. Es ist faszinierend, was für ein Gemeinschaftsgefühl die Schulen vermitteln.  Erschreckend ist jedoch, wie einige Lehrer ihre Schüler zu pushen versuchen, indem sie mit einem Schlagstock hinter ihnen herrennen oder sie teilweise sogar zum Ansporn schlagen.

Das Fußballteam der Methodist Schulen
Eifrige Fans

Die letzen zwei Tage wechselten wir dann die Lokation vom Fußballfeld in ein großes Leichtathletikstadion. Hier fanden die Leichtathletikwettkämpfe statt. Wie auch an den Vortagen gab es rund um das Feld Essensstände und viel Wasser zu kaufen, das auch dringend benötigt wurde. In prallster Sonne mussten einige Schüler 100, 200, 400 und 1500 Meter Läufe absolvieren. Alle Teilnehmer bekamen umsonst Wasser und die Rektorin bereitete ihnen täglich etwas zu Essen zu.




Alle Sieger wurden mit einer Urkunde belohnt, die ich auch einmal überreichen durfte J
Insgesamt hat mich das gesamte Sportfest sehr fasziniert, da alles ohne einen wirklichen Plan ( irgendwie typisch ghanaisch) trotzdem reibungslos abgelaufen ist, jeder seinen Spaß hatte und die Schüler eindeutig im Vordergrund standen (anwesend waren die meisten Lehrer meiner Schule jedenfalls nicht).

Inzwischen geht der normale Unterricht jedoch weiter, da die Abschlussexamen des ersten Terms anstehen. Der Matheunterricht verläuft sehr gut und es macht mir sehr viel Spaß meine Klasse zu unterrichten- ich habe alle Schüler liebgewonnen. Auch der Sportunterricht zaubert mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht- egal ob Klasse eins oder Klasse sechs, jede Klasse ist individuell und dementsprechend anders zu unterrichten, doch diese Herausforderung ist sehr spannend. Meine 12 Nachhilfeschüler zeigen auch deutliche Fortschritte, was mich täglich erfreut. Auch wenn es nur kleine Schritte sind, die sie gehen, jeder Schritt vorwärts ist ein Schritt mehr in Richtung einer gesicherteren Zukunft!

Das letze Wochenende wurde zum ersten Mal ein wenig Urlaub hier im Urlaub gemacht. Unsre nun komplette WG besuchte den Strand Busua, ca. 3 Stunden entfernt. Wunderschön zum Entspannen, die Sonne genießen und einfach mal aus der teilweise doch sehr hektischen Stadt Cape Coast kommen.



Ganz liebe Grüße aus dem immer heißer werdenden Ghana,
Eure Lisl


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